Ein Radio-Essay von Fritz Ostermayer zum 100. Todestag von Georges Ives,
dem unbekannten Vater eines sehr bekannten Sohnes

Simultanität in der Kunst, als Verdoppelung von homogenem, gleichartigen Material aber auch das gleichzeitige Aufeinandertreffen heterogener Klangquellen und das Fehlen eines logischen Informationsaustausches zwischen den einzelnen Elementen und Instrumenten verweist nicht nur auf Dada, sondern auch auf die theoretischen Überlegungen zur Simultanität eines Duchamp, Cage oder Fluxus.
Charles Ives der Sohn von Georges Ives verdeutlichte in seinen Memoiren das Musikverständnis des Vaters anhand einer Geschichte: "Einmal wurde Vater gefragt, wie er es ertragen könne, das J.B. auf den Campmeetings so laut und falsch singe. Seine Antwort war: J.B. ist ein ausgezeichneter Musiker. Achten sie niemals zu sehr auf die einzelnen Töne. Wenn sie das tun, werden sie die Musik verpassen."
