von Milan Knizak
Dieses Stück wurde eigens für das Radio produziert und Milan Knizak vergißt niemals den Radiohörer. "Der Hörer oder der Betrachter ist wichtig, der der es aufnimmt, denke ich. Ich möchte nicht stören, ich möchte dem Hörer ein bestimmtes Vergnügen geben. Ein Vergnügen, das er nicht erwartet. Ich möchte ein wenig verunsichern. Vielleicht ist es eine schlechte Aufnahme, aber sie ist wunderschön, sie besteht aus schlechten Aufnahmen von häßlichen Klängen und schönen Aufnahmen von schönen Klängen - alles zusammengemischt. D.h. das Stück soll den Hörer nicht in Ruhe lassen, es soll aber gleichzeitig auch eine Ruhe verstrahlen, die nicht so langweilig ist, wie viel Musik. Ich bin ein Musikliebhaber und liebe Musik und hasse schlechte und langweilige Musik. Ich glaube auch, daß Musik überall ist, d.h. Fluxus zu vermitteln versucht. Vielleicht ist es nicht einmal notwendig Musik aufzuführen, wenn man an Stücke von Cage denkt. Seine "radiomusic" z.B., die jeder von uns aufführen kann, indem er sich erinnert, daß er hört, wenn er den Sendersuchlauf benützt."
Gründer der Fluxusgruppe zu der Knizak in den 60er Jahren stieß war George Maciunas. Für George Maciunas, dem Gründer der Fluxusgruppe waren Fluxusereignisse die monostrukturellen und untheatralischen Qualitäten eines kleinen alltäglichen Ereignisses, Spieles oder Spaßes. Er sah Fluxus als ein Mittelding von Vaudeville, Spike Jones, Gag, Kinderspielen und Duchamp. Die strengen Forderungen nach der nicht-persönlichen Kunstform ließen sich nur bedingt verwirklichen, zu individuell waren die Charaktere der sich zu Fluxus bekennenden Künstler ausgeprägt. Fluxus versuchte die Grenzen zwischen den einzelnen Künsten Musik, Dichtung, Kunst oder die zwischen Kunst und Leben aufzuweichen und rückwirkend kann festgestellt werden, daß viele dieser Intentionen von Fluxus nicht nur in der Realisierung der eigenen Stücke verwirklicht wurden.
Aufgenommen wurde Milan Knizaks Stück "Bossanovasuite" im digitalen Hörspielstudio des ORF.
