Schritte auf flachem Untergrund, Schritte auf Treppen: für Mathias Fuchs
bedeuten menschliche Schritte mehr als Bewegung, mehr als der Nachhall des
Vorwärtsschreitens. Von Schritten haben Komponisten und Musiker Rhythmen
abgeleitet, erklärt der Autor: sind prototypisch für die Art, in der
Musiker mit Rhythmen umgehen. Schritte bilden in der Musik
Bewegungsmuster."
Für die Radioarbeit "TREPPEN", der Installationen in Bozen und in 'Wien
(Kunsthalle) vorausgegangen sind, hat Mathias Fuchs das Geräusch
menschlicher Schritte auf verschiedenen Treppen aufgenommen. Auf den
steinernen Stufen des Museums für Moderne Kunst in Bozen und auf der
Metalltreppe des Museums für Angewandte Kunst in Wien (MAK) erzeugen
Schritte ihre spezielle Akustik. Andere Schrittgeräusche ertönen aus der
Karlsplatz-Passage. Auch die Holztreppe einer Galerie verleiht Schritten
ihre eigene Musik.
Den O-Tönen der Schritte auf den unterschiedlichen Treppen erstellt ein
Computer eine rhythmische Struktur, die der StepTanz-Akustik sehr nahe
kommt. Zusätzlich verwendet Mathias Fuchs Tonaufnahmen eines Steptanzes im
Studio. Die akustische Zuordnung in "echte" und "konstruierte" Rhythmen
wird dadurch erschwert. Im Radiostück "Treppen" wird das Spannungsfeld -
konstruiertes Material einerseits, natürliche Geräusche andererseits - zum
Ausdruck gebracht.