Radioarbeiten von Franciso Felipe und Mario Gauthier
von Fritz Grohs
Sternzeichen: Wassermann
Gebrutsort: Wien
derzeitiger Wohnort: Wien
Was bedeutet Glück für Sie?: Zur Zeit unbeantwortbar
Was würden Sie gerne verändern?: Die Welt
Welches Tier wären Sie am liebsten?: Ein Schneeleopard
Ihr Favorit als Künstler oder Künstlerin?: Ad Reinhardt
Welche Musik bevorzugen Sie?: Rock'n Roll
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?: Der verlorene Horizont
Was ist Ihre beste Eigenschaft?: Genauigkeit
Ihr größter Fehler?: Genauigkeit
Was macht den Menschen zum Menschen?: Die Liebe
Glauben Sie an Gott?: Es gibt eine höhere Form
Was wollten Sie als Kind werden?: Künstlerin
Ihre Lieblingsblume?: Tulpe
Ihre Lieblingsfarbe?: Weiß
Ihr Lieblingsessen?: Muß gut schmecken
Wie beurteilen Sie Ihr Temperament?: Ich selber beurteile es schlecht
Ihr Lieblingsgetränk?: Mango Lassi
Ihr Lieblingsschauspieler oder Schauspielerin?: Dennis Hopper
In welcher Zeit würden Sie gerne leben?: Jetzt
Gleich zu Beginn hören Sie eine Skulptur aus den Beständen der Artothek des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. Akustische Arbeiten österreichischer Künstler und Künstlerinnen aus diesen Beständen sind zur Zeit im Atelier beim Augustinus Ambrosi Museum in Wien ausgestellt. Bernhard Bernartzig's zweiteilige, zweiminütige Radioskulptur besteht aus 8 kurzen Stücken. Eine zweiteilige Skulptur aus 8 kurzen Stücken von Bernhard Bernarzig zu der Ausstellung Kompositionen aus der Artothek des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst im Atelier beim Augustinus Ambrosi Museum in Wien. Im Katalog dieser Austellung ist die Partitur zur Bernarzig's Radioskulptur zu sehen.
In der Radiocollage "Desolacion de la ciudad", eine Produktion des Radio nacional de espana (RNE, Radio 2, Ars Sonora), präsentiert uns der Autor Francisco Felipe einen riesigen Klangbogen, der sich von den urbanen Geräuschlandschaften europäischer Großstädte bis zur Halbinsel Kamchatka, eines der entlegendsten Naturgebiete der Erde, spannt. Der imitierte Schrei einer Möwe in einer Atmosphäre der Einsamkeit läßt uns gegen Ende des Stücks etwas vom Prozeß des Absterbens und Auslöschens einer Kultur erahnen. Zugleich stellt dieser Prozess eine elementare Matapher der Natur selbst dar: der Zerfall als End- und Anfangsstadium ihres ewigen Kreislaufs.
Eines der ungewöhnlichsten Radiokunstprojekte des Jahres 1993 wurde von Radio Kanada in Montreal, Mario Gauthier (Komposition und Produktion), Claire Bourque (Produktion) und anderen kanadischen Radiokünstlern, realisiert. 7 Tage lang wurde an verschiedenen Stellen des Programmes des Kulturkanals von Radio Kanada live und ohne Ansage je eine bestimmte Klanglandschaft aus der Stadt Montreal eingeblendet und immer noch live von einem Künstler verändert. Das Radio wurde zu einem großen Ohr, daß die Stadt an einer jeweils anderen Stelle belauschte - und zwar immer während der Hauptverkehrszeit. Die Klanglandschaften dauerten bis zu 30 Minuten und verließen das Radioprogramm so wie sie gekommen waren: ohne Ansage und Erklärung. Überschneidungen mit dem Sound des normalen Radioprogrammes waren beabsichtigt. Mario Gauthier von Radio Kanada hat für alle EBU-Stationen eine Kurzdokumentation dieses Projektes kreiert: "Trafic". "Trafic" ist ein Ausschnitt aus dem Projekt "droits de cite" - einem Klangproträt der Stadt Montreal und ihres Verkehrsnetzes während der rush hour. Das Radio - so die Künstler - wurde für eine Zeit lang zum aufmersamen Zuhörer, ein gigantisches Ohr, das die charakteristische Akustik der Stadt in sich aufnahm.
Die Stücke befinden sich auch auf der EBU-Selection 1993.
Die jeweils zwei Minuten dauernden Störfaktoren, die den Schlaf beeinträchtigen, sind uns allen bekannt: Sprach- und Geräuschfetzen aus dem Alltag, die noch im Ohr herumschwirren, ein tagsüber erlebtes Ärgernis, an das man sich während des Einschlafens plötzlich erinnert, oder ein Telephonanruf zu später Stunde. All diese akustisch abgebildeten Schlafhindernisse wurden von Rupert Huber ins bereits vorhandene und gesampelte SCHLAFRADIO-Sendematerial, das die Grundlage für die Hör-Szenen der (erfolglosen) Einschlafvorgänge bildet, eingefügt.
