Die Stimme als akustisches Organ mit ihren vielfältigen Funktionen und
Ausdrucksmöglichkeiten ist das zentrale Sujet dieser lexikalisch
strukturierten Radiomontage aus Texten, Geräuschen und Gesangspartien. Von
A (wie Akkord, Atem) bis Z (wie Zwerchfell) wird die Stimme anhand ihrer
physiologischen, kommunikativen und musikalischen Eigenschaften
porträtiert. Die Gesangspartien werden von Ute Wassermann vorgetragen. Bei
ihrer ersten Begegnung mit Ute Wassermann war sie bereits von der
einprägsamen melodischen Stimme der Sängerin fasziniert, erzählt die Grazer
Autorin Margret Kreidl. Sie hörte der Sängerin bei ihren Stimmübungen,
ihren Gesängen und ihrem Sprechen zu, achtete auf die verschiedenartigen
Ausdrucksformen dieser Stimme. Aus diesem Hörvergnügen an vokalen Klängen
entwickelte sich M.Kreidls Idee, die Stimme Ute Wassermanns als
Ausgangsmaterial für eine Radioarbeit zu verwenden. In Zusammenarbeit mit
der Sängerin entwarf die Autorin ein "Alphabet der Stimme", in dem das Phänomen
Stimme auf verschiedenen akustischen Ebenen abgehandelt und zu Gehör
gebracht wird. Auf sprachlicher Ebene verweisen Texte von Margret Kreidl
und Zitate aus der medizinischen Fachliteratur auf verschiedene, im Stück
alphabetisch gereihte Aspekte dieses wichtigsten menschlichen Klang-und Artikulationsorgans. Ergänzt werden diese Erläuterungen durch entsprechende Hörbeispiele, durch die bestimmte vokale/physische Gegebenheiten akustisch illustriert werden sollen.
Eingebaut in diese lexikalisch strukturierte Textmontage sind
einige Gesangspartien von Ute Wassermann.
Die unterschiedlichen akustischen Ebenen des Radiostücks "Meine
Stimme" sind "vierspurig" zu hören. Aus-und Einatmen mit Zählen -
eine übung zum richtigen Atmen als eine der Grundvoraussetzungen
für den optimalen Einsatz der Stimme ist als akustisches
Kontinuum auf einer der vier Spuren während des gesamten Stückes
zu hören.
Nur beim Einsetzen von U.Wassermanns Singstimme wird das Atmen und
Zählen abgebrochen; am Schluß der Gesangspartien werden die
Atemübungen wieder aufgenommen.
Durch die verschiedenen akustischen Zugänge zum Stichwort "Stimme"
erhält das Stück einen eigenen kompositorischen Reiz, eine
besondere, ungewöhnliche rhythmische Struktur.