30. MARCH 1995



KLANGGEOLOGIE

Eine radiophone Live-Komposition

von Ulf Langheinrich



38'17"
Technik: Gertraud Wald und Ulf Langheinrich
ORF, 1995


PLAY


http://www.kunstradio.at/1995A/MP3/30_03_95.mp3


A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"
english version



Ulf Langheinrichs "Klanggeologie" besteht - einer amorphen Landmasse gleich - aus vielen Schichten, die sich überlagern, auslaufen, ihre Konsistenz ständig verändern. Den Prozeß dieser Klangtransformationen steuert der Autor während der KUNSTRADIO-Sendung im Studio. Sein Instrumentarium waren Tonbandaufzeichnungen von verschiedenen Maschinen-internen Klängen, die er nach Belieben abrufen und live abmischen konnte. Seine Klangquellen waren analoge Synthesizer.

"Beim Ursprungsmaterial begrenze ich mich in gewisser Weise auf eine Technik, die 20 Jahre zurückliegt", erklärt der Künstler. Erst die Nachbearbeitung des Materials (z.B. für Echoeffekte) erfolgt - so Langheinrich - mit "zeitgemäßeren" Mitteln, nämlich der digitalen Technik.

Beim Einsatz von Synthesizern werden Klänge permanent generiert. Der Vorteil gegenüber der Sampling-Methode: der Künstler kann das Klangergebnis in Echtzeit beeinflussen, die Klänge werden nicht zerschnitten. Ulf Langheinricht läßt sie durch nachgeschaltete Delays laufen, um, sie zu "splitten". Diese und andere Techniken, die er anwendet, um Klangsequenzen zu zerstreuen (L.F.O.) oder zu spreizen und zu dehnen (Keyboard-Twelling), verweisen in diesem Stück auf ein von Ulf Langheinrich entwickeltes und in früheren Arbeiten erprobtes Konzept: eine Art von "Bienenschwarm"- Modell, eine aus vielen Partikeln zusammengesetzte Masse, deren Gestalt und Material ständigen Transformationen unterliegt. Und wie auch in anderen Projekten z.B. für ROM EUROPA verzichtete er auch diesmal nicht auf eine fixe, das gesamte Stück durchziehende Ebene, die - dem Rhythmus eines Herzschlags ähnlich - den Ruhepol oder die Zeitmarkierung innerhalb ständiger Bewegung bildet.




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