SONNTAG, 21. Mai 2000, 23:00. - 24:00, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST



fLOWer

Ein Projekt von Karlheinz Essl in der Radioversion
.

Unter der Mitwirkung von:


Anne LaBerge
Arne Deforce
Martin Siewert
Elisabeth Flunger
Didi Bruckmayer
Karlheinz Essl
Martin Leitner
und
Philipp Harnoncourt.



essl.at



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Dauer: 1'13'55

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"Klänge fluten durch den Raum, tropfen von der Decke und verdampfen in einem ewigen Kreislauf." Am 13. Mai 2000 wurde die Steiner Minoritenkirche in Krems durch eine sich selbst generierende Klanginstallation von Karlheinz Essl in einen akustischen Wasserspeicher verwandelt. Anlass war der letzte Teil der Projektreihe "fLOW". Einmal mehr lud Karlheinz Essl hochkarätige internationale Instrumentalisten, Komponisten und Klangkünstler aus den unterschiedlichsten musikalischen Kontexten von Jazz über Neue Musik bis hin zur freien Improvisation ein, Teil eines sich in kontinuierlichem Fluss befindlichen musikalischen Arbeitsprozesses zu sein.

Im Zuge ihrer Liveperformance nahmen die Musikern nach und nach auf die Klanginstallation von Karlheinz Essl Bezug. "Nach einer vorgegebenen Zeitpartitur entwickeln sich aus anfänglich spärlichen Kommentaren allmählich spannende Dialoge und konfliktträchtige Diskurse, aus denen dann im Laufe des Events eine siedendheisse Kollektivimprovisation entsteht, die zuletzt in ein experimentelles Rave ausartet."

Für das Kunstradio hat Karlheinz Essl an diesem Abend entstandenes Soundmaterial aufgegriffen und in einer eigens entwickelten Radioversion des Projektes "fLOWer" neuerlich interpretiert.

Die Projektreihe "fLOW" ist, so Karlheinz Essl, ein work in progress - ein "Gedankenkomplex", der sich in variierender Besetzung an den unterschiedlichsten Örtlichkeiten manifestiert. Herzstück jeder Performance bildet die sich jedesmal aufs neue in Echtzeit generierende Soundscape.

m@ze°2 - das Instrument, das von Karlheinz Essl gespielt wird, bildet bei der Generierung dieser Soundscape eine zentrale Rolle. Das auf Computertechnologie basierende Echtzeit-Kompositions- und Improvisations-tool, wurde 1996 vom Künstler selbst entwickelt. Bereits damals begleitete Karlheinz Essl seit vielen Jahren die Vision einer Musik, "die sich im Augenblick ihres Erklingens wie von selbst (autopoietisch) komponiert und nicht bloß Realisation eines ausformulierten Notentextes ist; eine adaptive Musik, die auf äußere Einflüsse zu reagieren vermag und in ihrer zeitlichen Ausdehnung potentiell unendlich ist, ohne sich je zu wiederholen."

Dieser Vision folgend entwickelt Karlheinz Essl für jede Performance im Rahmen von "fLOW" spezifische Spielstrategien, Abläufe, Zeitpläne, die auf den jeweiligen Kontext - die beteiligten Musiker und den Aufführungsort - reagieren. Während der Performance sind die Musiker aufgerufen, diese Soundscape zu interpretieren, zu kommentieren, zu stören und zu verändern. Die "prozessuale Grundidee" die die konzeptionelle Basis des Projektes "fLOWer" bildet, wird Karlheinz Essl auch in der Radioversion beibehalten. Dabei, so der Künstler, wird die Radioversion keine bloße Teilwiedergabe der Liveperformance sein, sondern eine "auf die Bedingungen des Radios (Primat des Hörens, Begrenzung der Zeit, Ignorieren des Räumlichen und Visuellen) zurechtgeschnittene Neukomposition".






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