SONNTAG, 24. Juli 2005, 23:05. - 23:45, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST


» I: STR Jingle 2005 - von Station Rose
» II: Faschina - oder die Reise ins Land mit den 1.200 Kühen - von Gue Schmidt

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Bild: Station Rose

STR Jingle 2005
von Station Rose

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http://stream.sil.at:7562/content/2005A/24_07_05a.mp3

[ English Version ]

Die österreichische Künstlergruppe Station Rose/STR, namentlich Elisa Rose (Visuals und Konzept) und Gary Danner (Sound und Konzept) operiert an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft und versteht sich "in der Kontinuität der Medienkunst, die in rascher Abfolge diverse Begriffe von Kunst und Praktiken generiert hat. Knapp formuliert, handelt es sich dabei um eine Kunst, die der Expansion bezüglich Mobilität des Menschen, des symbolischen Kapitals und der Medialisierung von Welt via Telemedien in tatsächlich zeitgenössischer Weise entspricht."

Seit 1991 bildet das "STReamen" von Daten eine Grundlage der Arbeit von Station Rose. Seit damals betreiben Elisa Rose und Gary Danner auf ihrer Homepage (http://www.stationrose.com) eine digitale Sendestation, mit Hilfe derer sowohl audio-visuelle Kunst sowie auch Live-Gesprächsrunden ins Internet ausgestrahlt werden - in Form "audiovisueller-Jam Sessions", während der Animationen, Sounds und Text in Echtzeit gesampelt und neu zusammengestellt werden.

Bereits seit 1988 gestaltet Station Rose in regelmäßigen Abständen Sendungen für das Kunstradio. Der Station Rose-Jingle, ein fixer Bestandteil der Arbeit von Station Rose wie auch von Ö1 Kunstradio, ist ein poppig gestalteter Überblick der Aktivitäten von Station Rose der jüngeren Vergangenheit.


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Faschina - oder die Reise ins Land mit den 1.200 Kühen
von Gue Schmidt

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http://stream.sil.at:7562/content/2005A/24_07_05b.mp3

[ English Version ]

Die Kuhglocke, ein in den Alpenregionen weit verbreitetes, primitives Ortungsinstrument, bildet die akustische Grundlage dieser neuen Arbeit des Soundkünstlers Gue Schmidt. Jedem Wanderer ist deren Klang, eingebettet in die spezielle Akustik der Berge und der Natur, vertraut. Die Grösse der Glocke verhält sich proportional zum Alter der Kuh: Je älter, desto grösser die Glocke. Eine Kuhherde erzeugt durch die Bewegung der Tiere folglich immer eine Summe unterschiedlicher Töne - Zufallsmelodien.

Das akustische Material für "Faschina" stammt aus dem gleichnamigen Gebiet in den Vorarlberger Bergen, genauer gesagt: im Großen Walsertal. 2004 hatte Gue Schmidt, ausgestattet mit seinem kleinen Kassettenrecorder und der Absicht folgend Gebirgsatmosphären aufzunehmen, eine Reise dorthin unternommen. Doch die "Kuhglockenkonzerte", die er beim Sesselliftfahren entdeckte, schienen plötzlich viel interessanter. Für sein Stück musste der Künstler diese Aufnahmen nur leicht editieren.

Gue Schmidt über "Faschina":
Ich wollte Gebirgsatmosphären aufnehmen. Als ich in Faschina ankam, sah ich einen Sessellift, der ganz in die Nähe eines der vielen Gebirgsgipfel führte. Ich beschloss mit diesem hochzufahren, und auch die Fahrt akustisch aufzunehmen. Dabei bemerkte ich, dass ich immer wieder über einzelne Gruppen von Kühen hinwegfuhr, wo jedes dieser Tiere eine eigene Glocke hatte und jede Gruppe damit ihr eigenes Konzert veranstaltete.
Ich fuhr mit dem Lift quasi von einem Konzert zum anderen - vergessen waren die Gebirgsatmosphärenaufnahmen. Ich hatte nur noch eines im Sinne: diese Fahrten so oft als möglich zu wiederholen, um in den Genuss dieses wunderbaren Klangerlebnisses zu kommen. So kam es, dass ich bis zum Abend acht mal zum Gipfel und Retour fuhr - ganz danach süchtig, und am Liebsten bis zum nächsten Morgen weiterfahren wollend. Dabei hatte ich immer den Recorder laufen.


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