Re-Inventing Radio Herausgegeben von: Heidi Grundmann, Elisabeth Zimmermann, Reinhard Braun, Dieter Daniels, Andreas Hirsch, Anne Thurmann-Jajes Während einmal mehr der Tod des Radios als Massenmedium vorausgesagt wird, zeigen aktuelle Entwicklungen der Übertragungstechnik, was lange bekannt war: beim Radio geht es nicht um die Übertragung von Sound sondern von Signalen. Nach mehr als einem Jahrhundert der Erneuerung, Aneignung und Veränderung wird das Radio heute in grossem Stil von neuem erfunden, um zu werden, was es immer schon war: ein Kommunikationsraum im weitest möglichen Sinn. Von diesem Ansatz her wendet sich das Buch "Re-Inventing Radio" in einem grossen Bogen auch den Anfängen des Radios zu, das eine Kommunikationstechnik war, bevor es in ein Massenmedium verwandelt wurde. Angesichts eines ständig zwischen unterschiedlichen Polen oszillierenden Begriffes von "Radio" kann weder von einer einheitlichen Geschichte des Radios noch von einer solchen Radiokunst die Rede sein. Der Band "Re-Inventing Radio" versammelt internationale Medientheoretiker, KunsthistorikerInnen, KuratorInnen und vor allem KünstlerInnen, die eine solche einheitliche Geschichte in ihren unterschiedlichen Perspektiven, Zugriffen und Konzepten als Fiktion verdeutlichen - ohne allerdings Bezüge zu kunsthistorischen Entwicklungen wie z.B. Konzeptkunst, Mail Art, Fluxus oder Telekommunikationskunst zu verleugnen. "Re-Inventing Radio" zeigt auf, dass die besonders in Europa gängige Behauptung Radiokunst sei eine Kunst des (sich heute in einer tiefen Krise befindlichen) institutionalisierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einer "expanded radio art", einer weit über den Rundfunk hinausgehenden Radiokunst, schon des längeren infragegestellt wird. Dabei setzen sich KünstlerInnen in ihrer spezifischen Praxis - manchmal erstaunlich früh - mit Phänomenen wie jenen der kulturellen und sozialen Auswirkungen von Digitalisieriung und Mobitität, mit der Vernetzung, Konvergenz und gegenseitigen Remediatisierung der Medien, mit immer wieder anderen Verknüpfungen und Auflösungen von klar umrissen erscheinenden Kontexten und Handlungsräumen auseinander. An zahlreichen konkreten Beispielen und in zu einem grossen Teil von den KünstlerInnen selbst formulierten Texten werden Intentionen und Strategien einer Radio-Kunst dargestellt, die zunehmend am Rande ihrer eigenen Auflösung balanciert, ohne dabei die Relevanz ihrer Fragestellungen aufzugeben. Eine Publikation des Verein werks in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung (Linz), MiDiHy Productions (Graz) und dem Studienzentrum für Künstlerpublikationen - Weserburg–Museum für Moderne Kunst (Bremen). Bestellungen sind möglich via dem vice-versa Vertrieb: |