Naomi Tereza Salmon





Foto: Naomi Tereza Salmon



Zeit + Raum = Ort (14'04'')

"... der Raum scheint entweder gezähmter oder harmloser zu sein als die Zeit: man begegnet überall Leuten, die Uhren haben, und sehr selten Leuten, die Kompasse haben. Man muß immer die Zeit wissen (und wer kann sie noch nach dem Stand der Sonne errechnen?), doch man fragt sich nie, wo man ist. Man glaubt es zu wissen: man ist zu Hause, man ist in seinem Büro, man ist in der Metro, man ist auf der Straße.
Das ist natürlich selbstverständlich - aber was ist nicht selbstverständlich? Dabei müßte man sich von Zeit zu Zeit fragen, wo man ist: eine Zwischenbilanz ziehen: nicht nur über seine Seelenzustände, über seine Gesundheit, seine Ambitionen, Seinen Glauben und seine Seinsberechtigung, sondern vor allem über den topographischen Stand, und nicht nur im Hinblick auf einen Ort oder einen Menschen, an den man denkt oder an den man auf diese Weise zu denken beginnt.", Georges Perec

Ich bin auf dem Dach, bin auf dem Balkon, bin im Arbeitszimmer. Bin in dieser Stadt, in der anderen, oder in Übersee. Höre Kirchglocken, eine Tür geht zu, Hunde bellen. Eine Fahrradklingel, ein Kind schreit: "Ruhe!", Krähen. Ein Flugzeug, Muezzine, ein Schuss, ein Telefon klingelt. Mehr Glocken, Straßenverkehr, eine Bombe ...


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