RE-INVENTING RADIO II


Technische Erklärung zu 5.1


von Karl Petermichl

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Parallel zu den Ergebnissen künstlerischer und ästhetischer Prozessen der letzten Jahre ist diese Jubiläumsnacht der Radiokunst auch ein geeigneter Meilenstein, die technischen  Entwicklungen in der Rundfunkübertragung zu präsentieren. Die Integration von Live-Elektronik, Webcasting und Radioabwicklung ist bereits vollzogen, für das Hörerlebnis des Konsumenten wurde aber seit dem Übergang von Kurzwelle zu FM, sowie der Erweiterung von Mono zu Stereo, keine wesentliche Verbesserung angeboten.


Genau hier bietet sich mit über Stereo hinausgehenden mehrkanaligen Formaten ein wesentlicher Ansatz zur Abbildung natürlicher und artifizieller Klangräume, praktisch durchgesetzt hat sich dabei die „5.1"-Anordnung mit den Lautsprechern Links, Mitte, Rechts, Links Hinten, Rechts Hinten und dem Tieffrequenz-Effektkanal.
Diese Mehrkanal-Audiotechnik hat ihren Weg vom Kino über die DVD ins TV-Hauptabendprogramm gefunden, demgemäß ist auch eine erhebliche Zahl an Konsumenten in der Lage, über Satellitenempfang Radioprogramme digital in ihren „Home-Cinema-Receiver" mit „Dolby-Digital-Decoder" einzuspeisen. Genau dieser Transportweg eignet sich auch für die Ausstrahlung von diskreten Mehrkanal-Radiosendungen, dies wurde bisher nur als kleinräumiger Test mit vorproduziertem Material in Nachtprogrammen deutscher und schwedischer Rundfunkstationen  erprobt.


Die „Lange Nacht der Radiokunst 2004" wird nun die Sendung, in der erstmalig Live  aus dem Studio, aus dem Konzertsaal, und auch der Außenstelle „Ars Electronica Center" in Linz, durchgängig mit 6 diskreten Tonkanälen „performed", gemischt und unverschlüsselt über ASTRA-Digitalsatellit gesendet werden kann. Dies eröffnet den Künstlern die Möglichkeit, mehrkanalige Konzepte aus Klanginstallationen, Studioproduktionen und Live-Events  endlich auch im Radio umzusetzen.

Von diesem experimentellen Laboraufbau ausgehend, könnte sich ein vollwertiges Programmangebot in „5.1"-Qualität entwickeln, mit eindrucksvollem Erlebnispotential auch für Musik, Hörspiel und anderen Radioformen. Mit diesem Hintergrund gesehen, ist der Sendungstitel „Re-Inventing Radio" wohl mehr als passend gewählt…

Technische Facts:        

- Satellit ASTRA 1H digital, ORF-Transponder 117, FreeToAir
- diesen Transponder im SAT-Empfänger neu „scannen" lassen
- das neue Programm „OE1 DD" auswählen
-  an der mehrkanalige HiFi-Anlage den digitalen Eingang auswählen, es wird der„Dolby Digital" Datenstrom erkannt und dekodiert abgespielt