Beim Sampling wurde darauf geachtet, musikalisch reizvolle Rhythmusfolgen im Original in die Komposition einzubeziehen. Monotone Zuggeräusche werden von einem hellen Stakkato in Variationen übertönt. Die rund 42.000 Bremselemente, die die abgekoppelten Waggons den Abrollberg hinunter verlangsamen, formen das "Leitmotiv" dieser Radioinstallation. Von ihnen stammt das rhythmische Stakkato, das anfangs die Geräusche der einzelnen Waggons beherrscht. Je weiter die Waggons rollen, desto weniger Bremselemente sind im Einsatz - sodaß das Klangvolumen des Zuges schließlich dominiert.
Der Rangierbahnhof gibt sich nach einer gewissen Zeit des Hineinhörens als Ort zu erkennen, an dem permanent neue Variationen und Kombinationen von Geräuschen und Klängen hervorgebracht werden. Zitat Renate Pliem und Reinhard Köberl:
"An imaginären Gleissträngen entlang werden Klänge abgekoppelt und verschoben, entfernen sich voneinander und stoßen - in neuen Kombinationen - wieder zusammmen. "Rangieren" wird zu "arrangieren".