SONNTAG, 11. Juli 2004, 23:05. - 23:45, Ö1

KUNSTRADIO - RADIOKUNST



Literatur als Radiokunst (kuratiert von Christiane Zintzen)



tuning, stumm

von Oswald Egger


IKARUS

Text: Elfriede Jelinek
Musik: Josef Klammer

PLAY (Ausschnitt)


A CASSETTE OF THIS PROGRAM CAN BE ORDERED FROM THE "ORF TONBANDDIENST"

Zwischen Äther und Erdung geht es her, wenn das Radio redet. Noch mehr geschieht dies, wenn – in der Serie «Literatur als Radiokunst» (im Kunstradio) - die Rede aus poetischen Schwebungen besteht. Im Sprechen, im Murmeln, im Schweigen heben die Texte von Oswald Egger und Elfriede Jelinek auch thematisch auf atmosphärische Valenzen ab. Wie Wellen lässt der Dichter Oswald Egger wispernden Silben über- und gegeneinander laufen. Klingen die Stimm-Momente hier zu Sinn-Momenten zusammen, laufen sie dort in musikalische Lautungen aus. Speziell für das Medium Radio gedacht und gemacht, erkundet «tuning, stumm» dessen Fähigkeit, dem Hörer nahe kommen und gehen zu können: Ein öffentliches Privatissimum mit Moiré-Effekt. Den sieben Himmeln entgegen strebt der mythische «Ikarus», den sich Elfriede Jelinek anverwandelt. Der Männertraum vom mechanisch machbaren Fliegen zieht sich assoziativ über Otto Lilienthal bis zum Irakkrieg hin. Wo der Absturz gewiss ist, wird Elfriede Jelineks artikulierter Frauenmund keinen billigen Triumph formulieren: Mit Josef Klammer ist es wiederum ein Mann, der auf die weibliche Herausforderung kompositorisch reagiert, indem er mithilfe einer Sprachsynthese-Software die phonologisch – musikalischen Dynamiken des von der Autorin selbst gelesenen Prosastückes freilaufen lässt.

(Christiane Zintzen, Kuratorin)


It's a balancing between ether and grounding when the radio speaks. Even more so when - within the "Literature as Radio Art"-series for ORF Kunstradio - the speech consists of poetic beats.
"tuning, stumm" was written by Oswald Egger especially for the medium radio and explores its ability to approach and, at the same time, to retrieve from the listener: a public-private "meeting" with moiré-effects. Ikarus, the mythical character in Elfriede Jelinek's piece, strives for the seven heavens. Man's dream of mechanically powered flight can be traced back from Otto Lilienthal up to the war on Iraq. Where a crash is inevitable, the voice of a woman, Elfriede Jelinek, won't verbalize a cheap triumph. Again, Josef Klammer's composition is a reaction to this femal challenge: By means of a speech-synthesis software, he frees the prose text read by the author herself from her phonological-musical dynamics.

Christiane Zintzen, curator



Bumble Bee Race
an electroacoustic sport documentary

von Agnieszka Waligórska and Pekka Sirén


Es war einmal eine sehr bescheidene Hummel namens Harley. Sein ganzes Leben hatte er davon geträumt, am berühmten Autorennen für grosse Buben, dem Davidson Rennen, teilzunehmen.

Alle in diesem Stück verwendete Stimmen sind Sounds von echten Hummeln; die AutorInnen versichern, dass in dem durchaus harten Wettstreit keine einzige Hummel verletzt wurde...


Once upon a time there was a very humble bumble bee boy named Harley. All his life he had been dreaming of participating in the famous big boys' road racing competition - the Davidson Race.

All voices used in this piece are real bumble bee sounds; the authors declare that not one single bumble bee was hurt in any way during the hard competition...


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